33 | Rückschaufehler

Shownotes

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00:00:03: Willkommen bei Only One Question, der Podcast über die Fragen, die wir alle in uns tragen.

00:00:10: In jeder Folge geht es genau um eine Frage mit so vielen möglichen Antworten – ein Podcast über das Leben, persönliche Entwicklung und Psychologie.

00:00:21: Ehrlich?

00:00:22: Ohne schnelle Antworten für Gedanken, die bleiben!

00:00:26: Ich bin Joey, Psychologin.

00:00:31: Warum glauben wir hinterher immer?

00:00:35: Wir hätten es besser wissen müssen.

00:00:39: Willkommen zur Achten und vorerst letzten Folge in der Reihe zu den größten Denkfehlern unseres Gehirns!

00:00:50: Zunächst kleine Disklemer, ich nehme heute auf – und das ist ein wunderschöner aber auch richtig, richtig super heißer Sommertag Und ich nehme mir bei mir zu Hause auf.

00:01:05: Ich sitze hier nicht in irgendeinem Fancy-Studio oder so, falls ihr euch das schon immer mal gefragt habt, so ist es nicht und... ...ich kann einfach heute nicht die Fenster zulassen!

00:01:16: Das heißt, es könnte durchaus auch das ein und andere Hintergrundgeräusch geben.

00:01:22: Es tut mich total leid aber es geht einfach heute nichts anderes.

00:01:26: Es ist so unglaublich heiß Ich zerfliße auch so schon, also ich hoffe ihr seht es mir nah.

00:01:33: Und ich habe mir für heute eine Folge ausgesucht über die ich persönlich ganz oft schon nachgedacht habe.

00:01:39: und zu einer Fragestellung, die bei mir immer hochkommt warum urteilen wir eigentlich so strengen Überentscheidungen?

00:01:47: Die werden in Vergangenheit getroffen haben und ihr kennt den Gedanken bestimmt total gut.

00:01:54: man belegt zurück und dann kommt auf einmal das Gefühl kommt von so hinten durch die Brust ganz fies.

00:02:02: manchmal, manchmal schleicht das sich auch an.

00:02:05: Wie konnte ich das damals nur nicht sehen?

00:02:08: Ist es so vielleicht am Ende einer Beziehung oder nach einer größeren beruflichen Entscheidung, vielleicht nach einer Freundschaft, die zerbrochen ist?

00:02:22: Oder schlicht wäre ein Fehler wie er den ihr heute so nicht, weil es mehr machen würde.

00:02:30: Und wenn man im Rückblick auf die Situation schaut, wirkt prügt sich alles so ganz offensichtlich.

00:02:37: alle Wahrzeichen, die Hinweise... Alle Entscheidungen sogar die vielen Kleinen, die am Ende genau dieses Ergebnis produziert haben.

00:02:48: und genau deshalb glaube ich werden wie oft echt hart mit uns selbst Viel strenger, viel härter, viel kompromissloser als mit anderen und denken.

00:03:02: Das hätten wir doch wissen müssen!

00:03:05: Und ich frage mich oft – vielleicht geht euch das auch so?

00:03:10: Stimmt es eigentlich wirklich oder spielt unser Gehirn uns hier einstreich?

00:03:18: Naja und da ich dieses ganze Thema in die Denkfehler-Reihe gepackt habe könnt ihr euch vorstellen Wahrscheinlich, ja wahrscheinlich spielt das uns einen Streich.

00:03:32: Aber erstmal wie immer schauen wir uns die Gesamtsituation mal an Denn ich glaube der erste Denkfehler beginnt schon mit also einer so halb verklärten Rückschau dass man denkt Die Vergangenheit war total logisch Sie wirkt gerade zu logischer als sie wirklich war denn wenn wir zurückblinken kennen wir ja schon bereits das Ende der Geschichte.

00:04:01: Aus meiner Sicht verändert das alles!

00:04:04: Stellt euch mal vor, ich bin jetzt kein großer Fan aber stellt euch einfach mal vor ihr schaut euch einen Krimi an und ihr wüstet von Anfang an wer der Täter war.

00:04:18: Und es ist ja total witzig.

00:04:20: dann erscheinen alle Hinweise die sich natürlich in der Geschichte verbergen Total eindeutig.

00:04:27: Wenn wir das aber nicht wissen und den Krimi zum ersten Mal sehen, dann war es natürlich nicht so.

00:04:35: Und unser Gehirn macht mit unserem ganz eigenen Leben etwas sehr Ähnliches.

00:04:43: Es schreibt nämlich die Vergangenheit ein Stück weit um Nicht bewusst Aber automatisch.

00:04:51: Diesen Vorgang nennt man in der Psychologie bzw dieses Phänomen Heinz Seidbeyers, beziehungsweise den Rückschaufehler.

00:05:02: Damit wird die Tendenz beschrieben im Nachhinein zu glauben eine eigene Sei vorhersehbarer gewesen als es tatsächlich war.

00:05:13: Wir überschätzen wie viel wir damals hätten wissen können und unterschätzen Wie viele Möglichkeiten damals offen waren.

00:05:23: Aus meiner Sicht ist das was da passiert ein echt fast schon gemeine.

00:05:28: mal wieder, ich finde ja wirklich unser Gehirn die Schlüsse die sich da manchmal geben sind einfach fies.

00:05:34: Wir verwechsel nämlich Wissen mit Vorhersehbarkeit oder mit dem Vorhersehen können von Ergebnissen denn hier liegt nämlich aus meiner Sicht der wirklich wahre Denkfehler.

00:05:49: heute kenne Ich den Ausgang Von einer Beziehung von einer Karriere Entscheidung Von deinem Investment, von was ziehe ich heute an und war das eine gute Entscheidung.

00:06:04: Jetzt mal ganz ehrlich liegt ja auch in dem banalsten Ding.

00:06:08: aber damals wir nehmen es mal ganz banals für die morgen ausgewählt habe was sich heute anziehe da hab' ich mir irgendwie schon versucht einen Plan zu machen um zu überlegen wo passt das für das Wetter?

00:06:19: Und ist das wenig genug für die Hetze die uns heute trifft?

00:06:25: und so weiter und so fort.

00:06:28: Aber ich kannte nicht alle Faktoren, die ich kenne am Ende des Tages.

00:06:34: Jetzt weiß ich wie sich diese Situation wirklich entwickelt hat.

00:06:39: Das lässt sich auch auf zwischenmenschliche Beziehungen übertragen.

00:06:43: wenn ich jemanden völlig neues kennenlerne dann mache ich mir vielleicht ein Bild und kann den einen oder anderen Rückschluss ziehen.

00:06:52: aber wie sich ein Mensch zum Beispiel wirklich entwickelt weiss man nie.

00:06:58: Ich weiß doch nicht mal, wie ich mich entwickeln werde.

00:07:03: Jedenfalls ganz sicher nicht zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt in der Zeit und schon gar nicht wenn sich das Rückblicken betrachte, weiß ich doch nicht damals was ich heute weiß?

00:07:16: Wie sich etwas entwickeln würde und wie ich dann wäre.

00:07:19: Ja klar!

00:07:20: Heute weiß ich das!

00:07:22: Heute weiss ich ganz genau auch welche Entscheidungen gut funktioniert hätten.

00:07:28: Na ja, welche vielleicht nicht.

00:07:31: Ich weiß vielleicht dann ganz genau auch bei den banalsten Dingen wie was ziehe ich heute an?

00:07:36: Bei der Hitze und einigermaßen gewappnet zu sein aber auch erst am Ende des Tages so ganz wirklich was so richtig funktioniert hat weil ich da die Gesamtüberblick habe von dem wieder Tag eigentlich wirklich war wie es sich wirklich angefühlt hat Wie ist mir in der Situation geht Was ich wirklich brauche und so weiter und sofort.

00:07:56: Aber wenn ich morgens aufstehe und überlege, was ich anziehen möchte.

00:08:00: Ja dann habe ich einfach nur sehr viele Möglichkeiten Und unser Gehirn vergisst einfach diese Unsicherheiten Diese Ungewissheiten und Unwegbarkeiten die ich vielleicht am Ende doch nicht final wissen kann.

00:08:14: und klar umso banaler die Entscheidung Um so eher komme ich an einen Punkt dass sich es vielleicht einschätzen kann.

00:08:21: aber bei den großen... bei den echt großen Themen bei denen vielleicht auch eine Abhängigkeit zur Dritten steht, bei dem man auch gar nicht weiß welche vielen Tausenden von Entscheidungen die so treffen werden.

00:08:34: Ja brust Mahlzeit das geht auf gar keinen Fall.

00:08:37: und diese Unsicherheit die unser Gehirn eigentlich hat und kannte wird in so einer Rückschau-Situation mit einer Gewissheit einfach ersetzt?

00:08:48: Ist ja totaler Quatsch entspricht überhaupt nicht den Tatsachen!

00:08:53: Da erinnere ich euch nochmal daran Glaub bloß nicht jeden Gedanken, den ihr denkt.

00:09:01: Denn stimmt nicht einfach alles was unser Gehirn so produziert schon gar nicht in der Rückschau.

00:09:07: Eine Sache dabei ist mir echt wichtig und habe mich ganz oft schon beobachtet einer Familie und im Freundeskreis.

00:09:16: viele Menschen nämlich werfen dann ihrem früheren ich vor nicht klug genug gewesen zu sein oder mutig genug gewesen zu sein, nicht aufmerksam genug, nicht vorausschauend genug.

00:09:31: Ich finde das so richtig unfair!

00:09:35: Unfair gegen sich selbst denn das frühere ich hatte nicht das heutige Wissen oder die heutigen Erfahrungen oder ja die heutige Erkenntnisse.

00:09:47: es hatte ja nur das was ihm damals zur Verfügung stand.

00:09:54: und mit Dieser Entscheidungsgrundlage wurden die nächsten Schritte geplant und dann weitere Entscheidungen getroffen.

00:10:05: Und vielleicht warten, dass ja auch gar keine perfekten Entscheidungen um Himmels willen!

00:10:12: Was sind schon perfekte Entscheidungen?

00:10:16: Aber es waren vielleicht die besten, die damals mit dem damaligen Wissenstand den Erkenntnis was einen auch ausmacht, das da möglich war.

00:10:28: Und dazu kommt jetzt noch so ein echt kleiner Twist in unserem Gehörn der die ganze Sache aus meiner Sicht fast sogar noch ein bisschen fieser macht denn unser Gehirn gaukelt uns jetzt auch noch vor dass es eine richtige oder eine einzig richtige Entscheidung gab Und das ist natürlich eine krasse Elosion.

00:10:55: Wir wissen, unser Gehirn liebt klare Geschichten.

00:11:00: Wenig Schnickschnack, gradlinig, deutlich... keine Detours einfach nur klar und deutlich!

00:11:11: Und deshalb erzählt es sich im Nachhinein auch noch on top.

00:11:16: Es gab doch nur die einrichtige Entscheidung.

00:11:20: Ich halte das für den richtig fiesen

00:11:22: B.S.,

00:11:23: den unser Gehirn uns antut.

00:11:25: Ohne Quark, denn da stimmt doch ganz selten!

00:11:29: Im Leben gibt's doch ganz Selten die eine perfekte Wahl.

00:11:35: Es gibt vielleicht eine wirklich gute und zwanzig Medium Und vielleicht auch noch achtzehn so... So seh mich dumme Entscheidungen?

00:11:45: Klar Okay Pferd nach Verstehe ich.

00:11:49: Aber die eine perfekte Wahl?

00:11:52: Ich glaube, es gibt immer nur Entscheidungen deren Konsequenzen wie erst später wirklich vollständig erwassen können.

00:11:59: In aller Gänze!

00:12:00: Klar das entbindet nicht von den Möglichkeiten das ein oder andere vernünftig durchzuspielen und ich will auch nicht so tun als ob sich das nicht lohnen würde bis zu einem bestimmten Grad.

00:12:11: Man kann ja von seinem Intellekt auch mal ein bisschen Gebrauch machen und das eine oder andere durchdenken.

00:12:16: Und man muss auch nicht jeden Fehler machen, und schon gar nicht muss man jeden Fehler selber machen.

00:12:20: Man darf auch gerne von anderen lernen und das mit einem beziehen?

00:12:24: Klar!

00:12:25: Die Erfahrungen der Anderen dürfen ja auch auf uns wirken.

00:12:29: Wobei ich immer gerne einwärfe, dass es eben dennoch noch nicht die eigene Erfahrung ersetzt.

00:12:37: Nichtsdestotrotz gibt es einfach Sachen, die ganz offensichtlich demlich sind und die muss man nicht machen.

00:12:42: Den anderen, die schon ausprobiert haben und das für dumm befunden haben.

00:12:45: also gar keine Frage.

00:12:47: Plus wir können ja auch an sich aus unseren eigenen Erfahrungen lernen.

00:12:52: Jemals können wir es kontinuierlich versuchen.

00:12:57: was ich spannend finden würde wäre stelle euch doch einmal vor ihr könntet eurem früheren Ich begegnen quasi rückblickend, als ihr eine Entscheidung getroffen habt.

00:13:10: Und dann fragt euch doch mal ob ihr wirklich dann so sagen würdet... Hä?

00:13:15: Wie konntest du denn so dumm

00:13:16: sein?!

00:13:17: Klar kann sein dass ihr das wirklich denkt!

00:13:20: Dann wär's vielleicht auch an der Zeit, dass wir mal ein bisschen darüber reden wo her solche Sätze Glaubenssätze Woher das vielleicht kommt Können ja auch mal drüber reden.

00:13:31: Keine Frage.

00:13:33: Aber überlegt doch einfach Mal wie es wäre Wenn ihr dann zu euch selbst sagen würdet, also zu eurem Forum ich.

00:13:41: Hey!

00:13:42: Du hast mit dem Wissen das du hattest eben entschieden und das ist das was du damals zur Verfügung hattst und du hast den Bestes gegeben.

00:13:51: Ich glaube ja wirklich dass unser früheres ein bisschen mehr Verständnis und Einführungsvermögen von uns verdient hat Und ich glaube das kann auch helfen diesen Denkfehl ein Stück weit zu begegnen.

00:14:08: denn naja, diese Art in die Vergangenheit zu gucken.

00:14:13: Jetzt wo man es doch besser weiß ist aus meiner Sicht ein ziemlich strenges Urteil.

00:14:19: Ein Urteil das wir über uns selbst fällen und wenn wir diesen Situation eher mit einem Mitgefühl gegenüber uns selbst begegnen würden glaube ich würde das ganz viel ändern.

00:14:31: In diesem Gedanken dem mag ich bei diesem ganzen Thema besonders gern wenn ich ehrlich bin.

00:14:38: Wir behandeln ja unser früheres Ich oft so, als hätte es schon den Zugang zu all Ihnen heutigen Wissen gehabt.

00:14:46: Doch das hat es doch gar nicht!

00:14:48: Und dort an der Stelle könnte dann das Mitgefühl mit uns selbst beginnen – nämlich genau dort wo wir akzeptieren dass wir Entscheidungen immer nur mit den Informationen treffen können die uns genau in diesem Moment zur Verfügung stehen.

00:15:02: Nicht mit denen, denen wir erst Jahre später haben werden.

00:15:05: und wir reden hier oft Klar, ich habe das Beispiel mit was sie sich heute angenommen und das war vielleicht dann vor acht Stunden.

00:15:13: Aber wir reden auch oft von Situationen die Jahre zurücklehnen als ob wir wissen wie sich unser Partner in einer Zeit X über Jahre entwickelt und dass er uns dann schlecht behandeln wird Jahre später nachdem derjenige oder diejenige uns vielleicht ja auch jahrelang gut behandelt hat und nichts davon sichtbar war.

00:15:35: Und alles was wir dann als Red Flex sehen, definieren wir nachträglich mit Wissen das wir über Jahre oder erst ab einem bestimmten Punkt gesammelt haben.

00:15:47: Und ich glaube eben dass erstens die Vergangenheit gar nicht mal so eindeutig ist sondern auch das Teil eben unseres Gehirns es eben so eine klare einfache Geschichte zu bauen.

00:16:00: Obwohl die Vergangenheit manchmal in unserem Kopf so aussieht, fordere ich euch echt auf, stell das doch mal ein Frage war das wirklich so einfach?

00:16:08: War das wirklich klar oder ist es nur wieder eben eine Geschichte die uns unser Gehirn erzählt damit alles viel leichter auch Sinn ergibt?

00:16:17: und ich denke wir müssen unseren Früren nicht deshalb überhaupt gar nichts vorwerfen schon gar nicht dass sie Zukunft nicht vorher sehen konnte.

00:16:28: Dann das geht doch überhaupt gar nicht.

00:16:31: Also, vielleicht könnt ihr das ja.

00:16:33: also ich kann das nicht!

00:16:35: Ich bin der Meinung unser früheres ich hat alles getan.

00:16:39: Alles getan was es irgendwie konnte und es hat getan was wir alle jeden Tag tun mit unserem ganz begrenzten Wissen.

00:16:48: Tag ist aktuell treffen wir eben Entscheidungen und ich hoffe für euch und das hoffe auch ehrlicherweise für mich dass das einfach auch mal genug sein kann.

00:17:01: Vielleicht schafft ihr es Stück für Stück im Euer Früheres ich nicht danach zu beurteilen, was Ihr heute wisst?

00:17:10: Es hatte ja nur die Möglichkeiten von damals und alleine dieser Satz schwingt häufig bei euch nach und ermöglicht euch ein bisschen Mitgefühl selbst mit Gefühl!

00:17:24: Für mich ist das so.

00:17:28: Ich schaue heute auf eine Kreuzung zurück und den Ausgang, den kenn ich schon.

00:17:35: Ich weiß genau wo der Weg lang geht.

00:17:38: Aber damals stand ich genau an der gleichen Kreuzungen?

00:17:43: Ja aber ich hatte eben keine Landkarte!

00:17:56: Die Immeradresse findest du in den Shownotes.

00:18:09: Danke, dass Du Dir Zeit genommen hast!

00:18:11: Wir hören uns in der nächsten Folge – bis bald!

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