31 | Sunk Cost Fallacy

Shownotes

Instagram: @onlyonequestion_podcast E-Mail: info@onlyonequestion.de

Transkript anzeigen

00:00:03: Willkommen bei Only One Question, der Podcast über die Fragen, die wir alle in uns tragen.

00:00:10: In jeder Folge geht es genau um eine Frage mit so vielen möglichen Antworten – ein Podcast über das Leben, persönliche Entwicklung und Psychologie.

00:00:21: Ehrlich?

00:00:22: Ohne schnelle Antworten für Gedanken, die bleiben!

00:00:26: Ich bin Joey, Psychologin.

00:00:31: Warum halten wir manchmal gerade an den Dingen fest, die uns am meisten Kraft kosten?

00:00:38: Willkommen in Folge sechs der größten Denkfehler unseres Gehirns.

00:00:44: Und heute habe ich euch ein Denkfehl mitgebracht, den ich persönlich besonders wertvoll finde zu kennen – Ich bin ganz oft in genau diese Falle!

00:00:59: gelaufen, quasi mit offenen Armen.

00:01:02: Mit Anlaufen!

00:01:03: Mit allem was ich hatte und dachte immer noch dass ich etwas richtig Gutes mache vor allen Dingen was richtig Gtes für mich.

00:01:11: Wir schauen uns heute die Sankt Kost-Fales an Und was es damit zu tun hat das wir so große Schwierigkeiten haben loszulassen.

00:01:22: Aber erst mal einen Schritt zurück.

00:01:24: wie immer Stellt euch mal vor ihr schaut ein Film Und eigentlich gefällt ihr euch gar nicht.

00:01:31: Und anstelle ihn einfach auszuschalten, schaut ihr weiter.

00:01:35: Schließlich habt ihr ja schon eine Stunde investiert eures Lebens, eure Kraft, eurer vorhandenen Zeit um diesen Film zu sehen.

00:01:43: und da muss man ja auch zur Ende gucken.

00:01:46: oder du bleibst in deinem Restaurant ist ein Gericht auf obwohl es dir überhaupt nicht schmeckt weil du ja auch schließlich dafür bezahlt hast.

00:01:56: Oder vielleicht kennst du das auch bei größeren Dingen wie Freundschaften oder Beziehungen, oder am Job.

00:02:04: Etwas das dir längst schon nicht mehr gut tut.

00:02:07: und trotzdem fällt es dir unglaublich schwer, das loszulassen.

00:02:11: Nicht unbedingt weil du jetzt wirklich glaubst dass es hier eine so richtig krasse super tolle vielversprechende Zukunft gäbe sondern ja war bereits soviel in der Vergangenheit steckt.

00:02:22: genau darum geht's heute.

00:02:24: unser Gehirn mag nämlich überhaupt keine Verluste.

00:02:29: Das dürfte jetzt die Allermeisten von euch auch nicht überraschen.

00:02:32: Wir Psychologen sprechen von der sogenannten Verlustaversion,

00:02:37: d.h.,

00:02:39: der Vermeidung von Verlusten.

00:02:43: Denn ein Verlusst fühlt sich meist viel stärker an als ein gleichwärtiger oder gleichgroßer Gewinn!

00:02:52: Ich möchte das nochmal kurz wiederholen weil ich finde es total verrückter Fakt eigentlich... so oft bestätigt, dass ich das nochmal für euch herausarbeiten möchte.

00:03:03: Wir erleben ein Verlust der genauso großes wie einen Gewinn viel stärker!

00:03:12: Jetzt dürft es keinen von euch mehr überraschen, daß unser Gehirn möglicherweise genau aus dem gleichen Grund versucht, das dann zu vermeiden.

00:03:21: Denn wenn wir bereits irgendwie Geld, Zeit, Energie oder auch Gefühle investiert haben Ja, dann entsteht ja so ein unangenehmes Gefühl.

00:03:33: Aufzugeben fühlt sich plötzlich an wie das war dann wahrscheinlich alles umsonst und genau da beginnt auch der Denkfehler.

00:03:42: Und dieser Denkfehlere ist Sankost Valse.

00:03:46: Er ist ein Konstrukt, das kommt eigentlich ursprünglich aus der Wirtschaft.

00:03:52: Sankos sind dann die Kosten dir bereits entstanden sind, versenkt hat, im wahrsten Sinne des Wortes.

00:04:02: Und die kann man auch nicht mehr zurückholen.

00:04:04: Das heißt das hat sich erledigt und egal wie wir heute entscheiden daran können wir auch nichts mehr ändern.

00:04:12: Rationale betrachtet sollten diese vergangenen Investitionen unsere heutigen Entscheidungen eigentlich gar nicht mehr beeinflussen.

00:04:20: es gibt dafür überhaupt keinen Grund.

00:04:23: und doch genau machen wir das.

00:04:24: Und zwar jeden Tag den ganzen Tag!

00:04:27: Wir denken Boah, jetzt habe ich ja schon so viel investiert.

00:04:30: Jetzt muss sich aber weitermachen!

00:04:33: In der Familie wurde mir gerade erzählt wie viele in ein altes Auto investiert wurden.

00:04:39: Zugegeben mit dem Auto ist eine enorme emotionale Verbindung und der ein oder andere von euch lacht und sagt vielleicht oh Gott, wie kann man den emotional verbunden sein?

00:04:48: zum Auto?

00:04:49: Ich sage euch überhaupt kein Problem.

00:04:52: Und wie ihr hier wisst, ich melde nun auch leidenschaftliche Autofahrerin könnte auch ich sein und es ist ein altes Auto.

00:04:59: Und in dieses Auto ist schon echt viel Geld geflossen, und es herrscht ... Ein bisschen das Credo?

00:05:07: Ja jetzt hat man ja schon so viel Geld investiert!

00:05:10: Das machen wir... Diese Rechtfertigung ist nicht unbedingt so eine Rechtfertigung die wir machen weil dann die Zukunft wirklich besser wird.

00:05:17: Ich finde das Auto ist ein schönes Beispiel, weil hm... Ich habe ja gar keine Ahnung ob da noch viele mehr und mehr kosten entstehen können.

00:05:25: Wererweise kann das Auto natürlich auch sehr glücklich machen, insbesondere wenn man emotional dazu so verbunden ist.

00:05:31: Aber nur weil ich weiterinvestiere heißt es nicht dass es sich auch rational objektiv lohnen wird sondern eigentlich versuchen wir mit dieser Sichtweise ja die Vergangenheit zu rechtfertigen dass das was wir gemacht haben es wert war dass das nicht umsonst war dass sich das gelohnt hat Und in diese Falle tappen wir eigentlich alle irgendwie.

00:05:59: Zum Teil sogar richtig mit offenen Armen, so wie ich ursprünglich ganz am Anfang von dieser Folge schon gesagt habe.

00:06:04: In der Beziehung sind das so Sätze weh – wir sind doch aber schon zehn Jahre zusammen!

00:06:09: Dabei müsste doch die eigentliche Frage lauten, macht uns diese Beziehungen noch glücklich?

00:06:15: Tut ihr uns noch

00:06:16: gut?!

00:06:17: Aber stattdessen blickt unser Gehirn zurück….

00:06:20: im Beruf gibt es das genauso … Sätze Weh.

00:06:23: Ich habe schon so viele Jahre in diese Karriere investiert.

00:06:27: Vielleicht stimmt das ja sogar auch, aber bedeutet es dann eigentlich auch automatisch dass man die nächsten zwanzig Jahre dort verbringen muss?

00:06:37: Es ist das wirklich was wir wollen?

00:06:39: bringt uns das übrigens überhaupt ans Ziel!

00:06:43: Ich hab' das sogar im Freundeskreis bei Hobbys schon öfter erlebt.

00:06:46: Da wurden irgendwelche Commitments gemacht für ein Hobby zum Beispiel.

00:06:49: In der Corona-Zeit habe ich das ein paar Mal erlebt.

00:06:51: da wurde so online Kurs gebucht und schon nach wenigen Lektionen war total klar, es ist überhaupt nichts für mich.

00:07:00: Und trotzdem haben sich die Leute gezwungen weiterzumachen das zu Ende zu bringen.

00:07:05: Nicht weil du jetzt super tolle Dinge gelernt hast, sondern weil das Geld ja schon bezahlt war.

00:07:12: Man hat mal ja schon gebucht aber halt richtig gekostet!

00:07:15: Im Alter gibt's das übrigens auch in ganz kleinen Situationen.

00:07:19: Da werden Dinger aufgegessen obwohl man satt ist Wir bleiben auf Partys, obwohl wir nach Hause möchten oder uns nicht wohlfühlen.

00:07:27: Wir lesen Bücher zu Ende die uns lang waren und immer wieder entscheidet die Vergangenheit über unsere Gegenwart.

00:07:35: wenn man das laut ausspricht ich weiß nicht wie es euch geht sorgt er schon für einige Fragezeichen in meinem Kopf.

00:07:44: Wenn was loslassen habe ich natürlich schon ein paar mal gesprochen und für regelmäßige Zuhörerinnen und Zähler des Podcasts ist das gar keine große Überraschung Denn loslassen, obwohl das so einfach klingt fühlt sich ja für unser Gehirn im Regel an wie scheitern.

00:08:01: Das ist ja eigentlich spannend weil es zwei völlig verschiedene Dinge sind.

00:08:04: denn Loslassen bedeutet hier eigentlich nicht dass irgendwas in den letzten Jahren in der Vergangenheit wertlos war.

00:08:11: Denn eine Beziehung kann noch total schön gewesen sein auch wenn sie ändert.

00:08:18: ein Studium kann super wertvoll gewesen sein auf wenn wir später dann vielleicht was ganz anderes damit machen.

00:08:23: oder Wir können an einem Projekt gewachsen sein oder mit dem Projekt mitgewachsen sein, auch wenn wir das nicht abschließen.

00:08:33: Nicht alles was endet ist gescheitert aber unser Gehirn ist ziemlich hart mit uns und zieht diesen Schluss und macht es uns dadurch sehr schwer loszulassen.

00:08:46: Als eure Psychologin des Vertrauens Zwinke zwinker kann ich euch an die Hand geben dass es hier eine Frage gibt, die man dieser Verlust-Aversion der Sound-Cost-Palace quasi entgegenstellen kann.

00:09:03: Die aus meiner Erfahrung sehr mächtig ist.

00:09:07: und das ist nicht das was unser Gehirn automatisch macht nämlich dieses was habe ich bereits investiert diesen Blick zurück sondern wenn ich heute noch einmal entscheiden müsste würde ich mich dafür wiederentscheiden.

00:09:23: Ich wende diese Frage verändert alles.

00:09:25: Übrigens diese Frage verändert auch alles immer wieder bei mir.

00:09:30: Denn sie richtet erstens den Blick nach vorn, aber insbesondere hier und jetzt.

00:09:37: Sie sagen wir mal ihr habt ein Business?

00:09:40: Und beschäftigt Leute!

00:09:42: Ihr habt eine Mitarbeiterin.

00:09:44: der wollte eigentlich schon seit einem halben Jahr kündigen Aber Bordi hat ja mal ganz super Arbeit geleistet und ihr kennt die gut und er wisst ganz viel und es ist ja arbeitslos.

00:09:52: So ich sag das jetzt mal als Beispiel ne Wenn ihr euch aber jetzt fragen würdet, wenn ihr all das wisst was ihr jetzt wisst.

00:09:59: Würdet ihr sie wieder anstellen und diese Antwort nicht ja ist?

00:10:04: Dann ist schon die Frage Warum arbeitet sie noch für euch?

00:10:09: Dabei muss man... Und ich glaube dass es so hart Diese Ehrlichkeit aufbringen sich selbst gegenüber Dass Die Dinge eben nicht immer gleich bleiben!

00:10:18: Das ist eines der größten Muster in diesem Denkfehler Was ich glaube was so destruktiv ist Denn es unterstellt diese Gleichförmigkeit.

00:10:28: Kontinuität, bei our means ist ja super vor unser Gehirn entspricht aber am Regelfall nicht der Realität und ich würde dir schon lieber ein bisschen im Her und jetzt sein wollen.

00:10:38: Ich übe jedenfalls fleißig daran und er meinen Blick nach vorn richten wollen und nicht zurück!

00:10:44: Ich glaube nämlich wirklich dass wir über loslassen grundsätzlich falsch nachdenken.

00:10:49: Ich glaube manche Leute glauben wenn man Dinge loslässt das man sich von der Vergangenheit abwendet, vielleicht?

00:10:56: Oder von dem was man hat oder dem was mal wollte oder wer mal war.

00:11:00: Ich glaube das stimmt wirklich nicht und verliert das vergangene nie!

00:11:04: Das bleibt ja immer da.

00:11:05: es ist ja auch... wir können's ja auch nicht mehr ändern.

00:11:08: Im Gegenteil ist es manchmal aus meiner Erfahrung heraus die größere Herausforderung mit dem klarzukommen was alles war Denn es bleibt ja Die Erfahrungen, die Erinnerungen, dass gelernte Und genau darin besteht hier auch die Kraft Und der Widerspruch dazu, dass Loslassen ein Verlust wäre.

00:11:28: Denn das bleibt doch!

00:11:30: Das kann das nicht mal wegzuholen, auch wenn ich es wollte?

00:11:34: Ich glaube was wir loslassen ist eher dann diese Vorstellung.

00:11:38: Die Vorstellung, dass wir glauben müssen weitermachen wie bisher nur weil wir das mal angefangen haben oder weil wir schon immer so gemacht haben oder man das so macht je nach dem was euer Glaubenssatz in der Konstellation ist.

00:11:51: Ich denke das ist ein Riesenunterschied zum echten Verluste ist natürlich total menschlich wie alle der Dingefehler, die ich für euch rausgesucht habe und kein individuelles Problem.

00:12:02: Niemand investiert gern Zeit oder Liebe oder Kraft in etwas was am Ende nicht funktioniert.

00:12:07: Keiner arbeitet gerne für den Papierkorb?

00:12:09: Total klar!

00:12:11: Und natürlich versucht unser Gehirn oft dadurch gerade deswegen die ursprüngliche Entscheidung zu verteidigen und aus meiner Sicht ist das auch total verständlich zutiefst menschlich, ja vor allen Dingen auch weil die Vergangenheit selbst ja nicht falsch war.

00:12:30: Sondern weil sich die Gegenwart verändert hat und diese Veränderungen und Entwicklungen zum einen Linie nur zum ganz geringen Teil überhaupt in unserer Macht und abhängig von Umständen, umgebungsvariablen anderen Menschen Bewegungen und Entwicklung, die gar nichts oder sehr wenig mit uns noch zu tun haben und dann natürlich unseren ganz eigenen Entwicklungen, die auch noch laufen.

00:12:57: Anzuerkennen – meine Gegenwart ist anders als das vielleicht was ich in der Vergangenheit geglaubt habe, vielleicht auch wie ich wäre oder wie meine Gegenwahrt wäre.

00:13:12: Meine Zukunftsvorstellung war eine andere von dem, was jetzt ist?

00:13:18: Oder erst mit den Schritten aus der Vergangeheit habe ich verstanden.

00:13:23: Dadurch hat sich eine neue Gegenwart überhaupt erst vormen können.

00:13:27: Ich glaube, wenn wir diesem Denkfehler Vertrauen im Sinne von nicht hinterfragen und an den alten vergangenen Investitionen festhalten, stoppt uns das automatisch in unserer Entwicklung und auch daran wirklich hier und jetzt anzukommen – ich glaube die wichtigste Frage ist nicht wie viel habe ich bereits investiert sondern Was tut mir heute gut?

00:13:54: Und dabei großzügig und liebevoll mit sich umzugehen, dass all diese Entscheidungen aus der Vergangenheit einen dahin gebracht hat.

00:14:04: Wo man jetzt ist und das das Gut is'.

00:14:09: Aber die müssen eben nicht mehr unsere Zukunft bestimmen!

00:14:13: Vielleicht bedeutet loslassen deswegen ihm nicht etwas aufzugeben.

00:14:18: Für mich bedeutet es, sich selbst die Erlaubnis zu geben neu zu wählen.

00:14:26: Für mich sind vergangene Investitionen Erinnerungen und keine Verpflichtungen für die

00:14:33: Zukunft.".

00:15:00: Wir hören uns in der nächsten Folge des Bald.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.