27 | Meinungen

Shownotes

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00:00:03: Willkommen bei Only One Question, der Podcast über die Fragen, die wir alle in uns tragen.

00:00:10: In jeder Folge geht es genau um eine Frage mit so vielen möglichen Antworten – ein Podcast über das Leben, persönliche Entwicklung und Psychologie.

00:00:21: Ehrlich?

00:00:22: Ohne schnelle Antworten für Gedanken, die bleiben!

00:00:26: Ich bin Joey, Psychologin.

00:00:31: Warum haben wir oft Angst vor dem, was andere über uns denken?

00:00:36: Oder auch warum beschäftigt uns die Meinung anderer Menschen oft stärker als der Realität.

00:00:44: Wir kommen in der zweiten Folge zu den größten Denkfehlen unseres Gehirns.

00:00:50: Stellt euch mal vor ihr haltet einen Vortrag so ihr seid super vorbereitet es läuft auch richtig super.

00:00:58: ihr seid souverän ihr habt Ahnung Ihr seid kompetent in dem Thema.

00:01:02: Ihr rockt das!

00:01:04: Dann verspricht ihr euch einmal Es geht weiter, ihr seid schon ein bisschen unsicherer.

00:01:09: Und jetzt versprecht ihr euch ein zweites Mal.

00:01:12: und für die aller allermeisten Menschen bedeutet das dass sie noch Stunden später über diese zwei Verhasbler nachdenken und alles andere in den Hinterrund rückt und Sie sich fragen wow was denken die anderen?

00:01:28: nur ob die das bemerkt haben Wie stark haben Sie das wahrgenommen?

00:01:34: Ist meine Message überhaupt noch übergekommen?

00:01:36: Wirkte ich total unsouverän.

00:01:38: Oder sagen wir mal so ein anderes Alltagsbeispiel, ihr verschickt eine Nachricht oder eine E-Mail und mit einem Tippfehler die mir das raus und ihr merkt es sofort!

00:01:53: Oder die Nachricht ist raus und Ihr seht es sofort Und plötzlich schleicht sich die Frage ein hat die andere Person das auch gesehen?

00:02:03: Ist das jetzt peinlich?

00:02:05: Wie wirke ich jetzt wohl auf die andere Person, denken die ich gar überhaupt keinen ordentlichen Satz zustande bringe.

00:02:13: Und viele von uns verbringen erstaunlich viel Zeit damit darüber nachzudenken was andere Menschen von ihnen halten.

00:02:24: Aber warum eigentlich?

00:02:26: Warum kann ein einziger Kommentar unseren ganzen Tag beeinflussen?

00:02:31: beschäftigen uns manche peinliche Momente noch Jahre später.

00:02:35: Und warum überschätzen wir oft, wie sehr andere uns überhaupt wahrnehmen?

00:02:41: Genau darum geht es heute und – ihr habt's wahrscheinlich schon geraten – unser Gehirn macht es uns nicht leicht!

00:02:49: Erst mal ganz an den Anfang gestellt Die Angst vor Bewertung sitzt total tief in uns drin und ist uralt.

00:02:59: Dafür lohnt es sich einmal zu verstehen Wie das so in der Vergangenheit war.

00:03:03: und wenn wir da im Blick hin wagen, dann wird relativ schnell klar Menschen sind und waren immer soziale Wesen.

00:03:11: Und Zugehörigkeit war überlebensnotwendig.

00:03:17: In der Folge zu diesem Thema habe ich das alles im Detail für euch aufgearbeitet Denn allein zu sein bedeutete häufig in Gefahr zu sein oder behaupten die überleben zu können Und deswegen hat unser Gehirn ein Wahnsystem quasi entwickelt, das sehr sensibel ist und das achtet besonders auf Ablehnung und Kritik und Ausschluss und auch soziale Konflikte.

00:03:42: Evolutionär betrachtet macht das total Sinn und hat möglicherweise unsere Überleben mitgesichert.

00:03:50: heute erleben wir aber nicht mehr in kleinen Stammesgemeinschaften und unseren Gehirne reagiert trotzdem genauso darauf.

00:03:59: Ein besonderer Effekt Und ich bringe euch immer phänomene Effekte-Mechanismen aus der psychologischen Welt mit, um auch die Sachen für euch gut aufzuarbeiten und zu erklären ist der sogenannte Spotlight-Effekt.

00:04:11: Das ist aber ein total spannender Denkfehler!

00:04:14: Denn das Spotlightefekt ist ein Begriff, der die Tendenz beschreibt.

00:04:21: alle achten auf mich – also quasi als Ob und Spotlight, also einen Scheinwerfer, auf uns gerichtet wäre.

00:04:29: Psychologische Studien zeigen, dass Menschen massiv überschätzen wie sehr andere ihr Verhalten bemerken und auch bewerten.

00:04:38: Dazu gibt es ein ganz klassisches Experiment – die Versuchspersonen mussten hierfür einen Tag in einem super auffälligen T-Shirt verbringen und damit durch die Weltgeschichte gehen.

00:04:49: Danach sollten sie bewerten und einschätzen, wie viele sich an dieses T-shirt erinnern würden.

00:04:57: Interessant war Und das beschreibt letztendlich den Spotlight-Effekt.

00:05:02: Die Schätzungen waren viel höher als die tatsächlichen Werte,

00:05:06: d.h.,

00:05:07: die Versuchspersonen, die das auffällige T-Shirt getragen haben, haben geglaubt, viel stärker wahrgenommen zu werden von ihrer Umwelt – als es tatsächlich der Fall war!

00:05:18: Denn wir erleben uns selbst im Mittelpunkt unserer eigenen Wahrnehmung.

00:05:24: Dagegen spricht auch erst mal überhaupt gar nichts.

00:05:27: Aber….

00:05:28: Alle anderen Menschen erleben auch sich selbst als Mittelpunkt ihrer Wahrnehmung und nicht ihren Gegenüber.

00:05:39: Das ist so ein Paradox, das echt interessant ist weil wir glauben die Anderen achten ganz doll auf uns.

00:05:45: dabei achten sie vor allen Dingen an sich denn alle Menschen denken erstmal zuerst an sich selbst!

00:05:52: Das klingt jetzt vielleicht etwas hart das meine ich aber überhaupt nicht.

00:05:54: so gar keine Bewertung einschließen möchte, dass das in irgendeiner Weise ausschließend oder egoistisch oder irgendwas anderes Negatives wäre.

00:06:03: Sondern die Menschen denken deutlich weniger über uns nach.

00:06:09: also du denkst weniger über mich nach und ich denke weniger über dich nach als wir eben häufig glauben.

00:06:17: Das hat übrigens nichts damit zu tun, dass uns andere irgendwie egal wären oder so sondern das hat was da mit zu tun ständig mit uns selbst beschäftigt sind.

00:06:28: Während wir denken, hoffentlich wirklich jetzt hier nicht unsicher, denkt die andere Person uns gegenüber vielleicht, oh!

00:06:34: Hoffentlich wirklich nicht uns sicher.

00:06:37: Das ist fast schon so ein bisschen komisch... Also vielleicht nicht laufout laut komisch aber schon irgendwie ein bisschen witzig?

00:06:46: Weil am Ende schaut erstmal jeder auf sich selbst und alle glauben, die anderen würden auf sie schauen.

00:06:53: Naja Und wenn dazu dann eben noch kommt, dass unser Gehirn Kritik viel stärker gewichtet als positive Effekte.

00:07:03: Na ja macht das natürlich ein ziemlich fiesen Cocktail!

00:07:07: Ihr wisst das schon?

00:07:09: Negative Rückmeldungen gewichtet und unser Gehörn viel stärkere als positive.

00:07:14: Da muss man nur einfach mal in die letzte Situation denken an der man Feedback gekriegt hat.

00:07:18: Man kann... zehn mega coole, wertschätzende positive Rückmeldungen bekommen haben und eine davon kommt noch hinzu die eben eher kritisch ist.

00:07:30: Und am Ende des Tages denken wir primär für die eine kritische nach.

00:07:35: Wen das natürlich mir interessiert hört man Podcast.

00:07:37: dazu habe ich auch schon eine Folge gemacht.

00:07:40: diese Gedanken bleiben länger bei uns hängen und machen es uns tatsächlich super schwer ab überhaupt die positiven Sachen anzunehmen aber auch diesen Negativität bei es loslassen zu können.

00:07:54: In der Kombination, dass man denkt die anderen denken über einen nur nach nicht unbedingt hilfreich.

00:08:00: und wenn ihr jetzt an die letzte Folge denkt dann wird natürlich das ganze perfekt denn wir leben ja in einer Illusion der perfekten Anderen da wir oft glauben die andern wären souverän machen weniger Fehler und haben sowieso drauf Und kümmern sich auch weniger darum, was die anderen denken.

00:08:20: Die haben ja den Schlüssel quasi zur Freiheit an Anfallungsstrichen da gefunden und das aber überhaupt nicht der Fall ist sondern das ist nur das, was wir sehen.

00:08:28: Ihr erinnert euch vielleicht am Beispiel Onstage-Offstage?

00:08:32: Und da habe die Leuten die gleichen Sorgen in sich tragen, aber nicht darüber reden und sie auch nicht zeigen, sehen wie eben nur diese Fassade und nicht ihre Gedanken.

00:08:40: Das macht es natürlich nicht nur doppelt schwierig, sondern dreifach vierfach schwierig!

00:08:47: Nun kann man sich natürlich fragen, was wäre denn eigentlich wenn wir uns von diesen Gedanken mal lösen würden?

00:08:52: Also uns davon lösen würde was die anderen denken.

00:08:58: Wäre es möglich und was wäre vielleicht sogar möglich, wenn wir wenige Angst vor den Bewertungen anderer Personen hätten?

00:09:07: Vielleicht würden wir dann sogar viel ehrlicher und offener sprechen häufiger Nein sagen oder mutiger handeln.

00:09:16: Ich mag die Vorstellung, dass man dann mehr neue Dinge probieren würde und ausprobieren würde.

00:09:23: Weil man nicht nur die Motivation hat sondern auch weniger innere Widerstände durchbrechen muss aufgrund der Erwartungshaltung oder vielleicht eben auch nur der vermeintlichen Erwartungshaltung andere.

00:09:37: Vielleicht würden wir uns wirklich ein Stück freier fühlen.

00:09:41: Nicht jetzt unbedingt weil es dann die Meinung von anderen auf einmal egal wird Das ist nicht ganz realistisch, sondern weil wir mehr von unserem Handeln bestimmt werden unseren eigenen Wünschen und Zielen als den Gedanken- und Bewertungen die wir anderen zuschreiben ohne dass wir wirklich wissen das sie das wirklich denken oder wirklich so bewerten.

00:10:07: Um also diesen Denkfehler vielleicht ein Stück weit zu durchbrechen vier kleine Tipps.

00:10:14: erstmal Denk nochmal genau über den von mir beschriebenen Spotlight Effekt nach.

00:10:19: Allein das Wissen darüber verändert meine Erfahrung nach eine ganze Menge!

00:10:45: Würdet ihr das bei anderen bewerten?

00:10:48: Das bringt mich zu meinem zweiten Tipp.

00:10:50: Fragt euch doch mal selbst, wie oft denkt ihr selbst auch über die Fehler von anderen Personen nach?

00:10:56: und meine Erfahrung nach nicht so oft!

00:10:59: Und sogar wenn einem der Fehler auffallen sollte... Also ich bekomme eine Mehlendassen-Tippfehler drin.

00:11:07: Ich ziehe daraus doch keine Schlüsse, glaube nicht der andere kann keine Mehl schreiben.

00:11:11: oder ist es blöd für irgendwas?

00:11:13: Sondern Wenn's hochkommt, bemerke ich den Tippfehler.

00:11:18: Häufig lese ich sogar darüber hinweg, weil es ja auch nur ein Tipp fehlt.

00:11:23: Was ich euch wirklich an die Hand geben würde in all dem ist, eure Aufmerksamkeit Tip drei umzulenken weniger Euch innerlich zu fragen und zu quälen.

00:11:37: geradezu wie wirke Ich Mehr die Frage in den Mittelpunkt zurück.

00:11:43: Worauf möchte ich mich konzentrieren?

00:11:46: Ganz ehrlich, was verdient eure Zeit und Energie?

00:11:50: Verdienend die völlig von euch zusammengeschutzteten Gedanken, was die anderen denken könnten!

00:11:59: Was ihr nie erfahren werdet.

00:12:01: Ihr werdet nie herausfinden was die Andern wirklich denken sogar wenn sie Euch sagen was sie denken.

00:12:06: Wenn Sie Euch nicht alles erzählen was sie.

00:12:09: Fragt euch doch einfach mal selber, ob ihr irgend wem schonmal alles erzählt habt das ihr denkt.

00:12:16: Und dann fragt euch nochmal ist es wirklich wert dass das eure Zeit und eurer Energie und vor allen Dingen eure Aufmerksamkeit bekommt?

00:12:26: Und als letztes akzeptiert so weit ihr könnt, dass ihr nicht kontrollieren könnt was die anderen denken denn sogar hypothetisch ihr könntet wissen was andere denken Oder sie würden euch zumindest einen Ausschnitt von dem präsentieren, was Sie gedacht haben oder was Sie gerade denken.

00:12:47: So!

00:12:49: Man unterstellt die finden Euch doof?

00:12:51: Oder denken Ihr habt es nicht drauf?

00:12:54: Was gibt Euch das?

00:12:55: Was hilft Euch das unviel mehr?

00:12:57: Ändert das irgendwas dann finden die Euch vielleicht doof.

00:13:01: Könnt ihr das kontrollieren?

00:13:02: Könnt Ihr das wirklich ändern?

00:13:04: ist das in Eurer Macht und ich bin ganz ehrlich mit Euch... Ich glaube sogar wenn es in eurer Macht wäre, ist das wert.

00:13:13: Persönlich glaube ich nicht dass es in unserer Macht ist, nicht mal ansatzweise.

00:13:19: Ich glaube fest daran, dass mich die Gedanken anderer Menschen erst nur überhaupt gar nix angehen und dass sie einfach mal denken können was sie denken wollen Und dass auch gar nicht meine Aufgabe ist aber eben auch gar nichts im Bereich meiner Möglichkeiten ist Selbstverständlich.

00:13:35: meine Handlungen meinen Entscheidungen haben auch Auswirkungen auf andere Würgen sich sicherlich auch auf das aus, was sie über mich denken und von mir halten.

00:13:46: Aber auch nur im begrenzten Maß denn das ist ja kein objektiver Vorgang sondern es geprägt von dem auf wer Sie sind, was Sie erlebt haben welche Meinungen Einstellungen und Erfahrungen Sie haben nicht nur mit mir sondern ganz generell.

00:14:01: vielleicht liegt dann die Freiheit nicht darin dass uns dann irgendwie die Meinung von anderen egal wird.

00:14:10: vorbei Ich bin mal ganz ehrlich mit euch.

00:14:13: Mir wäre das manchmal wirklich lieb, dass mir das Mal auch egal wär.

00:14:17: Ich würde es echt befreiend auch mal finden!

00:14:21: Ich glaube aber, dass es im Kern vielleicht eher darin liegt zu erkennen, dass die meisten Menschen viel weniger über uns nachdenken als wir glauben.

00:14:34: Ich glaube, dass darin die wahre Freiheit liegt.

00:14:38: Denkt an das Experimenten mit dem T-Shirt Denn während wir uns Sorgen machen, wie wir wirken, machen sich andere Menschen oft genau die gleichen Sorgen und vielleicht ist das eine der größten Denkfehler unseres Gehirns zu glauben.

00:14:54: Wir stünden ständig im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit – dabei läuft jeder Mensch mit seinem eigenen Scheinwerfer durch die Welt!

00:15:08: Denken die meisten Menschen vor allem darüber nach, was wir über sie denken.

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